
Vom ersten Start bis zur Segelfluglizenz
Ihr möchtet selbst ein Segelflugzeug steuern und die Faszination des lautlosen Fliegens erleben? Dann seid ihr beim Fliegerklub Roitzschjora genau richtig. Unsere ehrenamtlichen Fluglehrer begleiten euch Schritt für Schritt vom ersten Ausbildungsflug bis zum Erwerb der Segelfluglizenz (SPL – Sailplane Pilot Licence).
Mit der Ausbildung könnt ihr bereits im Alter von 13 Jahren beginnen. Die Lizenz kann ab 16 Jahren erworben werden. Ob Schüler, Studenten, Auszubildende, Berufstätige oder Rentner – entscheidend sind vor allem eure Begeisterung für das Fliegen und die Bereitschaft, regelmäßig am Flugbetrieb teilzunehmen.
Theorie und Praxis gehören zusammen
Die Ausbildung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, die parallel zueinander stattfinden.
Während der Flugsaison von April bis September sammelt ihr an Wochenenden und Feiertagen praktische Flugerfahrungen. In den Wintermonaten nutzen wir die flugfreie Zeit neben der Wartung von Flugzeugen und Technik vor allem für den Theorieunterricht und die Vorbereitung auf die theoretischen Prüfungen.
Die praktische Ausbildung
Die ersten Flüge erfolgen gemeinsam mit einem Fluglehrer in unserem doppelsitzigen Schulungsflugzeug TWIN II. Schritt für Schritt lernt ihr das sichere Steuern, Starten und Landen eines Segelflugzeugs sowie das Verhalten in besonderen Flugsituationen.
Im Verlauf der Ausbildung werdet ihr immer selbstständiger und übernehmt zunehmend mehr Verantwortung im Cockpit.
Ausbildungsabschnitt A:
Im ersten Ausbildungsabschnitt stehen die fliegerischen Grundlagen im Mittelpunkt. Ihr erlernt die sichere Beherrschung des Flugzeugs und bereitet euch auf eure ersten Alleinflüge vor.
Der Abschluss dieses Ausbildungsabschnittes ist die sogenannte A-Prüfung. Diese umfasst die ersten drei Alleinflüge und stellt für die meisten Segelflieger einen unvergessliches Erlebnis dar.
Ausbildungsabschnitt B:
Im zweiten Ausbildungsabschnitt erweitert ihr eure fliegerischen Fähigkeiten und sammelt weitere Erfahrungen im Alleinflug. Die Flugaufgaben werden anspruchsvoller und euer Verständnis für Wetter, Thermik und Flugtaktik wächst stetig.
Der Ausbildungsabschnitt endet mit der B-Prüfung - drei Alleinflügen, in denen ihr eure zunehmende Sicherheit im Umgang mit dem Flugzeug in verschiedenen Flugmanövern unter Beweis stellt.
Ausbildungsabschnitt C:
Im dritten Ausbildungsabschnitt steht das selbstständige Fliegen im Vordergrund. Ihr festigt eure Kenntnisse und werdet auf unser einsitziges Schulungsflugzeug, den „Pirat“, umgeschult.
Mit der C-Prüfung – drei Flügen im Einsitzer - weist ihr nach, dass ihr das Flugzeug in komplizierteren Flugmanövern sicher und selbstständig beherrscht. Damit sind die Grundlagen für den weiteren Ausbildungsweg geschaffen.
Die letzten Schritte zur Lizenz:
Nach Abschluss der C-Ausbildung rückt das selbstständige Fliegen außerhalb des Platzbereichs in den Mittelpunkt. Ihr lernt die Planung und Durchführung von Überlandflügen sowie die optimale Nutzung von Thermik und Wetterbedingungen.
Ein wichtiger Schritt in der Ausbildung ist die sogenannte Lizenzstrecke. Hierfür ist entweder ein Alleinflug über mindestens 50 Kilometer oder ein Streckenflug von mindestens 100 Kilometern mit Fluglehrer nachzuweisen.
Anschließend folgt die praktische Luftfahrerprüfung. Diese besteht in der Regel aus mehreren Prüfungsflügen mit einem Prüfer. Dabei weist ihr nach, dass ihr das Segelflugzeug sicher beherrscht, Starts und Landungen sauber durchführt und auch besondere Flugsituationen jederzeit kontrolliert meistern könnt.
Die theoretische Ausbildung
Begleitend zur praktischen Ausbildung legt ihr vereinsintern die theoretischen A-, B- und C-Prüfungen ab. Vor der praktischen Luftfahrerprüfung ist außerdem die offizielle Theorieprüfung bei der Landesdirektion Sachsen in Dresden zu bestehen und ein Flugfunkzeugnis zu erlangen.
Der Theorieunterricht vermittelt das notwendige Wissen für einen sicheren Flugbetrieb. Die neun Prüfungsfächer sind:
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Luftrecht
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Menschliches Leistungsvermögen
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Meteorologie
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Kommunikation
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Grundlagen des Fliegens
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Betriebsverfahren
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Flugleistung und Flugplanung
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Allgemeine Luftfahrzeugkunde (Segelflug)
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Navigation
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Dauer der Ausbildung hängt vor allem davon ab, wie regelmäßig ihr am Flugbetrieb teilnehmen könnt. Wer während der Saison häufig auf dem Flugplatz ist, aktiv am Vereinsleben teilnimmt und sich auch im theoretischen Bereich engagiert, kann die Ausbildung oftmals innerhalb von zwei bis drei Jahren abschließen.
Dabei gilt: Je häufiger ihr fliegt, desto schneller stellen sich Routine und Lernerfolge ein.
Mehr als nur Fliegen lernen
Segelfliegen ist ein Mannschaftssport. Jeder Flugtag lebt vom gemeinsamen Engagement aller Beteiligten. Deshalb lernt ihr bei uns nicht nur das Fliegen, sondern auch alles, was zu einem sicheren Flugbetrieb dazugehört – vom gemeinsamen morgendlichen Ausräumen bis zum abendlichen Putzen und Einräumen. Wenn im Winter die Wartungs- und Reparaturarbeiten an den Flugzeugen stattfinden, ergeben sich für euch auch schnell Möglichkeiten, verschiedene handwerkliche Fertigkeiten zu erlernen, von denen ihr auch außerhalb der Fliegerei profitieren könnt.
So werdet ihr Schritt für Schritt Teil unserer Fliegergemeinschaft und erlebt den Luftsport nicht nur aus dem Cockpit, sondern in seiner ganzen Vielfalt.
Wie viel Zeit sollte ich mitbringen?
Segelfliegen ist ein Hobby, das von regelmäßiger Teilnahme lebt. Während der Flugsaison findet unser Flugbetrieb in der Regel an Wochenenden und Feiertagen statt. Wer schnell Fortschritte machen möchte, sollte möglichst häufig am Flugplatz sein.
Wichtig zu wissen: Ein Flugbetrieb erstreckt sich in der Regel über den gesamten Tag. Daher ist eine ganztägige Teilnahme am Flugbetrieb sinnvoll und erwünscht. Ein späteres Kommen oder früheres Gehen ist in Ausnahmefällen natürlich möglich.
Neben dem Fliegen selbst gehören auch die Vor- und Nachbereitung des Flugbetriebs sowie die Pflege und Wartung der Vereinsflugzeuge dazu. Gerade in den Wintermonaten treffen wir uns regelmäßig zum Theorieunterricht und zu Arbeitseinsätzen, um die Flugzeuge und technische Ausrüstung auf die neue Saison vorzubereiten.
Der zeitliche Aufwand ist damit höher als bei vielen anderen Freizeitaktivitäten. Dafür werdet ihr mit einer Ausbildung belohnt, die weit über das reine Fliegen hinausgeht und euch viele unvergessliche Erlebnisse und Freundschaften ermöglicht.
Persönliche Voraussetzungen
Damit ihr mit der Segelflugausbildung beginnen könnt, sollten einige persönliche und gesetzliche Voraussetzungen erfüllt sein.
Grundsätzlich ist Segelfliegen für die meisten Menschen geeignet. Entscheidend sind vor allem Interesse, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, regelmäßig am Flugbetrieb teilzunehmen.
Gesundheit und fliegerärztliche Tauglichkeit:
Vor dem ersten Alleinflug ist ein fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis (Medical) erforderlich. Dieses wird von einem zugelassenen Flugmediziner ausgestellt und bestätigt eure körperliche und geistige Eignung zum Fliegen. Wir unterstützen euch selbstverständlich bei der Auswahl eines geeigneten Fliegerarztes.
Weitere Nachweise und Unterlagen:
Vor dem ersten Alleinflug müssen bei der zuständigen Behörde außerdem folgende Unterlagen eingereicht werden:
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polizeiliches Führungszeugnis
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Auszug aus dem Fahreignungsregister (ehemals „Punkte in Flensburg“)
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Nachweis über einen absolvierten Erste-Hilfe-Kurs
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Kopie des Personalausweises
Vorkenntnisse:
Vorkenntnisse im Fliegen sind nicht erforderlich. Wichtig sind vor allem Motivation, Teamfähigkeit und die Bereitschaft, sich aktiv in den Vereinsbetrieb einzubringen. Alles Weitere lernt ihr Schritt für Schritt während der Ausbildung.
Was kostet die Ausbildung?
Eine der häufigsten Fragen lautet: „Kann ich mir das überhaupt leisten?“
Die gute Nachricht: Segelfliegen im Verein ist deutlich günstiger, als viele vermuten. Da unsere Fluglehrer ehrenamtlich tätig sind, entstehen keine klassischen Ausbildungskosten wie in einer gewerblichen Flugschule.
Die Kosten setzen sich im Wesentlichen aus dem Vereinsbeitrag, einer Ausbildungspauschale sowie den Gebühren für Medical und Prüfungen zusammen. Die genaue Höhe richtet sich nach Alter und Ausbildungsstand.
Viele unserer Mitglieder stellen fest, dass Segelfliegen finanziell gut mit anderen Hobbys wie Motorsport, Reitsport oder regelmäßigen Fitness- und Freizeitaktivitäten vergleichbar ist.
Gern informieren wir euch persönlich über die aktuell gültigen Beiträge und beantworten alle Fragen rund um die Ausbildung.
Interesse geweckt?
Dann besucht uns während der Flugsaison an einem Wochenende auf dem Flugplatz Roitzschjora oder nehmt Kontakt mit uns auf. Gern beantworten wir eure Fragen und zeigen euch, wie euer Weg zum Segelflugpiloten beginnen kann.
